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Archäologien

Mondeval und Umgebung: Ein schützenswertes Natur- und Kulturschauspiel

von Antonio Guerreschi und Federica Fontana

In über 20 Jahren haben die Forschungen in der Gegend von Mondeval de Sora (San Vito di Cadore, Belluno) Zeugnisse von unschätzbarem Wert zu Tage gebracht. Darunter stechen besonders diejenigen hervor, die an der VF1 (Val Fiorentina 1) genannten Stelle gefunden wurden – unter einem großen Felsbrocken im Zentrum des Bergkessels. Dank mehrerer durch die Universität von Ferrara koordinierter Ausgrabungen bezeugen diese Funde eine langjährige Nutzung, von den Ausläufern der Mittelsteinzeit bis in die Vorzeit. Von hier stammt auch eine der spektakulärsten archäologischen Entdeckungen der Dolomiten, oder besser gesagt des gesamten Alpenraums: das Grab eines mesolithischen Kriegers, der vor ca. 7.500 Jahren gelebt hat und mitsamt seiner reichhaltigen Ausrüstung begraben wurde.

Diese Zeugnisse, gepaart mit weiteren archäologischen Fundstellen im Gebiet zwischen dem Passo Giau und der Malga Prendera, bilden gemeinsam ein kulturelles Vermögen von unschätzbarem Wert. Sie ermöglichen es, die ersten Phasen der Besiedlung und Nutzung dieses Teils der Alpen zu rekonstruieren. Zentral ist hierbei die Periode vor weniger als 10.000 Jahren, als die letzten prähistorischen Jäger und Sammler in das Gebiet zogen. Dabei gibt es im gesamten Alpenbogen verschiedene hoch gelegene Gegenden, in denen man Belege für die menschliche Existenz zu Ende der letzten Eiszeit gefunden hat. Doch das Mondevalbecken nimmt unter ihnen sicherlich eine Sonderstellung ein, weil seine Funde ausgezeichnet erhalten und sehr reichhaltig sind.

Folglich geht es bei dem Gebiet um Mondeval nicht „einfach“ darum, eine isolierte Umgebung vor speziellen Eingriffen zu schützen, wie es bei den meisten archäologischen Fundstellen der Fall ist, die durch neuzeitliche Besiedelung bereits stark verändert wurden. Im Mondeval muss eine ganze Landschaft geschützt werden. Es handelt sich nämlich um eine der seltenen Situationen auf der italienischen Halbinsel, wo man auf eine „natürliche“ und „kulturelle“ Umgebung trifft, die im Grunde durch all die Jahre unverändert geblieben ist; die selbe Landschaft, die vor 10.000 Jahren Stätte der ersten menschlichen Ansiedlung im Alpenraum war; also ein wertvoller Schatz nicht nur für die Bewohner dieser Täler, sondern auch für alle, die außergewöhnliche und intakte Situationen „genießen“ und zurück zu ihren Wurzeln kehren wollen.

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